SebaGeek ...so cool, dass es schon supra ist! (Science Joke)

It's alive!

08.02.2010 18:13, Tags: #Leben, #Hardware
Einige von euch mögen es gehört haben: Mein Handtuch (Thinkpad R61) war kaputt. Große Trauer.

Problem: Im laufenden Betrieb schaltete sich das Notebook mit einem "Emergency Shutdown" ab. Startete man einen Prozess ist ein Kern schnell von 30°-40° C auf 95°C gesprungen (innerhalb von 2-3 Sekunden), aber genausoschnell auch wieder abgekühlt. Ausserdem ließ Handtuch sich sich nicht rebooten, denn beim Reboot lief es zwar für ca 5 Sekunden, schaltete sich dann aber _komplett_ ab. Sogar die Anzeige für "Stecker ist eingesteckt" war aus. Erst durch entfernen aller Stromquellen für kurze Zeit ließ es sich wieder starten. Für mich sah das ganze nach einem Problem mit dem Temperatursensor aus, da ich mir so krasse Temperatursprünge nicht vorstellen konnte. Eine andere Diagnose war Mainboardschaden (welches neu ca 400 Euro kostet).

Und was war das Problem? Die Wärmeleitpaste.

Ich bin heute mit dem Laptop mal bei Helge vorbeigegangen um das ganze mal von einem Diplomingeneur angucken zu lassen.. Wir haben das Thinkpad nochmal zusammen auseinandergenommen (dafür gibt es eine sehr schöne Anleitung von Lenovo, von Reihenfolge der Module über Länge der Schrauben bis zu wie fest sie angezogen wurden in Newtonmeter) und diesmal auch den Lüfter mitsamt Heatpipe ausgebaut. Zu sehen war auf Prozessor/Grafikkarte ein Rest Wärmeleitpaste, welcher ziemlich bröckelig war - da konnte einfach keine Wärme abgeleitet werden. Was mich wundert: Ein dritter Chip, der auch noch an der Heatpipe hing, hatte ein Wärmeleitpastepad bekommen, aber Prozessor/Grafikkarte nicht. Sehr skuril. Jedenfalls hat Helge eine große Tube Wärmeleitpaste aus seinem Repertoire geholt und wir haben dieses Problem behoben. Eine Messung an der Prozessor-Heatpipe ergab vorher 32°C, nachher 44°C. Wie es aussieht hat bei einem Reboot der Prozessor (als er merkte, dass er zu heiß wird/ist) dem gesamten System einfach den Strom unterm Hintern weggezogen.

In diesem Sinne: Horray, mein Handtuch lebt wieder!

Ein Wort noch zu Garantie/Gewährleistung und Cyberport: Handtuch hat ja nur ein Jahr Garantie gehabt, aber trotzdem die zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung. Daher bin ich auch vorher zu Cyberport in der Friedrichsstraße gestiefelt, um zu gucken, ob da noch was zu machen ist. Der Fehler wäre ja theoretisch, wenn man die Symphtomatik richtig deutet (was ja als Händler dieser Geräte durchaus möglich sein sollte), leicht zu beheben gewesen und das ganze wäre bei der perstigen Qualität der Wärmeleitpaste evtl. sogar ein Herstellerfehler. Aber der Cyberportmitarbeiter hat es sich nicht einmal angeguckt. Fragte nur nach Garantie (war abgelaufen), ob die 6 Monate der Gewährleistung schon vorrüber wären (jop) und ob ich "eindeutig beweisen könne, dass der Fehler schon beim kauf bestand". Sehr schön noch:

<ich> Also habe ich jetzt nen kaputten Laptop und muss damit Leben?
<Verkäufer> Klingt jetzt vielleicht doof, aber ja.

Kundensupport sieht anders aus. Aber vielleicht war das auch nur ein Einzelfall, who knows. Hauptsache mein Handtuch geht wieder! :)
π